ANGST. Existenzielle Anordnungen

Bauhaus-Universität Weimar
Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie

Cranachstraße 47
Weimar

16. – 17. Dezember 2008
Angst setzt den Menschen aufs Spiel. Sie besitzt grundlegend anthropotechnische Funktionen. Als Kulturtechnik der Hominisierung entfaltet sie sich in und durch existenzielle Anordnungen. In diesen Dispositiven wird Angst verwaltet, verbreitet und entfesselt. Angst lässt sich als Agens der Hominisierung begreifen, das an den Grenzbereichen des Menschseins operiert.
Die Tagung nähert sich der Angst als Produktionsinstanz des (Nicht-)Menschlichen in drei Schritten, denen jeweils eine andere Facette von Agency zugrunde liegt Angst sein, Angst werden, Angst haben. In diesen Figurationen der Angst geht es nicht allein um das Postulat einer Auflösung der Grenzen zwischen Mensch und Technik, zwischen Humanem und Nichthumanem, zwischen Natur und Kultur, wenngleich sie die Grenzzonen umreißen, in denen Angst produziert wird. Vielmehr ermöglicht der Blick auf die Angst, die Frage nach der Verfertigung des Menschen von ihren Rändern aus zu fassen und im selben Zuge den Rand – das Nichtmenschliche (Sektion 3), das fremde Eigene (Sektion 2) – ins Zentrum zu tragen bzw. die Angst als Ermöglichungsbedingung des Menschseins (Sektion 1) zu begreifen.
Vorläufiges Programm
Di, 16. Dezember 2008

10:30-11h Begrüßung

11-12h Thomas Macho (Berlin):
L’Homme qui rit: Angst vor dem Gesichtsverlust – Angst als kreative Strategie

[Mittagspause im IKKM]

I ANGST sein

14-15h Paolo Fabbri (Bologna):
Intensités de la peur: modulations sensibles et modalités cognitives

15-16h Peter Widmer (Zürich):
Angst und Begehren

[Kaffeepause]

16:30-17:30h Manfred Riepe (Frankfurt):
Wenn mich nicht alles täuscht. Angst und Sprache bei Freud und Lacan. Eine Skizze

anschließend: Vortragsinstallation Georges Didi-Huberman

Mi, 17. Dezember 2008

II ANGST haben

10-11h Sebastian Vehlken (Wien):
ANGST-HASEN. Schwärme als Transformationsungestalten zwischen Angst, Panik und »Crowd Control«

11-12h Jörn Ahrens (Gießen):
Der Mensch als Beute. Narrationen anthropologischer Angst im Science Fiction Film

[Mittagspause im IKKM]

III ANGST werden

13:30-14:30h Tobias Klass (Wuppertal):
Schreckensgespenster. Überlegungen zur politischen Theologie der Angst

[Kaffeepause]

15-16h Claudia Maria Galera (Paris):
Anthropophagie culturelle et peur au Brésil

16-17h Henri-Pierre Jeudy (Paris):
La peur virale

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